Giardien - mehr als nur lästig?

 

Nicht nur Würmer können als unerwünschte "Untermieter" im Darm von Hunden und Katzen leben, auch Einzeller, sogenannte Giardien, sind häufige Darmparasiten. Laut diverser Studien sind sie sogar die häufigsten Darmparasiten bei Hunden und Katzen.

 

Typisches Symptom bei einer Giardieninfektion ist ein hartnäckiger, oft intervallweise auftretender Durchfall. Der Kot kann dann schleimig und teilweise auch mit blutigen Beimengungen versetzt sein. Gelegentlich tritt auch Erbechen auf.

Bei jungen Tieren zeigen sich manchmal Wachstums- und Entwicklungsstörungen auf Grund der schlechten Nahrungsverwertung.

Etwa jeder vierte Patient mit Durchfall ist mit Giardien befallen, bei Welpen sogar

deutlich mehr.

 

Auch Tiere ohne Symptome können Überträger von Giardien sein.

Hunde und Katzen infizieren sich, indem sie die Zysten, die unter idealen Voraussetzungen Monate in der Umwelt überleben, abschlucken. Im Darm vermehren sich die Giardien rasant und können dann als Zysten wieder ausgeschieden werden, um so erneut von einem Wirt aufgenommen zu werden.

 

Der Nachweis von Giardien im Kot ist oft schwieriger, als der von Wurmeiern. In einer

Sammelkotprobe von drei Tagen besteht die größte Chance, mit speziellen Untersuchungsverfahren den Erreger nachzuweisen.

 

Therapiert werden die Patienten mit Präparaten, die auch zur Wurmbehandlung eingesetzt werden. Allerdings ist hier nicht jedes Produkt geeignet und die Behandlungsdauer geht über die übliche Zeit der Wurmbehandlung hinaus.

 

Neben der Therapie sind aber auch begleitende Maßnahmen zur Bekämpfung der Erreger notwendig:

  • alle Hunde und Katzen im Haushalt müssen behandelt werden, auch Tiere, die keine Symptome zeigen

  • Hundekot stets in einer Plastiktüte aufsammeln, Katzentoiletten möglichst nach jedem Kotabsatz reinigen

  • die Analregion nach dem Kotabsatz reinigen, ggf. langes Fell um den After scheren

  • Futter- und Wassernäpfe regelmäßig mit heißem Wasser reinigen

  • Decken u. Ä. regelmäßig waschen

  • Freilauf/Garten möglichst trockenlegen, evtl. Reinigung mit Dampfstrahlgerät

 

Kann der Mensch sich anstecken?

 

Prinzipiell ja, wobei nur wenige der verschiedenen Giardienarten bei Menschen eine Krankheit auslösen. In verschiedenen Studien werden unterschiedliche Angaben darüber gemacht, wie hoch das Risiko ist. Zumindest bei kleinen Kindern und Menschen mit einer Immunschwäche oder chronischen Erkrankung sollte daher besondere Sorgfalt geboten sein.

 

© 2013 by Kleintierpraxis Dr. Manzel & Bähr

  • Spotify Social Icon
  • Grau Icon Instagram
  • s-facebook